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Oliver Neusser
US-Militäreinsatz in Venezuela – eine Analyse
In den frühen Morgenstunden des 3. Januar erfolgte unter dem Codenamen “Operation Absolute Resolve” ein spektakulärer US-Militäreinsatz in Venezuela zur Ergreifung des Staatsoberhauptes Nicolás Maduro. Nach einer ersten Welle an Luftschlägen, die gezielt Flugabwehrkapazitäten neutralisierte, verbrachte das 160th Special Operations Aviation Regiment (SOAR) Soldaten der Eliteeinheit Delta Force nach Caracas zum aktuellen Aufenthaltspunkt von Maduro. Unter Feuergefechten gelang es den Spezialeinheiten, ohne einen Verlust oder (schwer) Verwundeten das Ziel zusammen mit seiner Frau zu verhaften und außer Landes zu bringen.
Der in den USA seit 2020 nach Bundesrecht unter anderem wegen Verschwörung zum Drogenterrorismus angeklagte Maduro gilt nach Darstellung der US-Amerikaner mutmaßlich als Oberhaupt des Cartel de los Soles, das seit 24.11.2025 als Foreign Terrorist Organization (FTO) eingestuft ist. Darauf baut die Rechtsgrundlage, nach der US-Präsident Trump und sein Stab hier vorgingen, ohne den Kongress zu informieren. Ein militärisches Vorgehen der USA wurde über die letzten Wochen zunehmend offensichtlich wie schon in einem Beitrag von Anfang November thematisiert, nur der Zeitpunkt war unklar.
Beobachter und Experten sehen hier vielfach beschrieben den Verfall der bisherigen internationalen Werteordnung, was eine gefährliche Spirale der Wild-West-Geopolitik auslösen könnte, in der wieder primär das Recht des Stärkeren gilt. Eine Sorge, die nicht ganz unberechtigt scheint, mit Blick auf die neue nationale Sicherheitsstrategie der USA aus November 2025, in der sie sich klar zur Monroe-Doktrin bekennen, in moderner Adaption auch bezeichnet als “Donroe-Doctrine”.
Auf die Frage, wie es nun mit Venezuela weitergehen solle, ging Trump bei einer Pressekonferenz am selben Tag ein. Was es damit genau auf sich hat und wie die aktuelle Situation einzuschätzen ist, dazu nachfolgend eine Analyse.
Inhaltsverzeichnis
Trump verkündet Pläne für Venezuela bei Pressekonferenz
US-Präsident Trump ging bei der Pressekonferenz zu Beginn auf den US-Militäreinsatz ein, schnell gefolgt von den Plänen für das südamerikanische Land mit den größten Ölvorkommen der Welt. Dabei sorgte Trump für Überraschungen.
Ursprünglich sei man vorbereitet gewesen auf eine größere, zweite Welle erfolgend im Zuge des US-Militäreinsatzes. Diese sei jedoch entgegen den Vorausplanungen nicht notwendig gewesen. Man sei jedoch weiterhin einsatzbereit vor Ort, um falls erforderlich, zu einem späteren Zeitpunkt erneut in größerem Maßstab an Land tätig zu werden.
Seine angeführten Daten und Zahlen sind, wie so oft, in weiten Teilen fragwürdig bis offenkundig unplausibel.
Venezuela wird vorerst von USA regiert
Venezuela werde vorerst von den USA regiert, das gemeinsam mit Akteuren vor Ort die staatlichen Abläufe steuern wird. Wie genau das vonstatten gehen soll, ließ Trump offen. Auf Nachfrage von Journalisten zu einem möglichen größeren Einsatz von US-Truppen zu diesem Zweck, wiegelte Trump ab, es bräuchte nur eine geringe Zahl von US-Soldaten zur Sicherung der Öl-Infrastruktur, die künftig wieder von US-Ölfirmen betrieben werden sollen.
Dort werde man die Ölförderung steigern und Wohlstand für beide Seiten generieren …
Es klingt so simpel, erscheint aber in genauerer Betrachtung hochgradig komplex einhergehend mit einem vermutlich umfangreichen Engagement der USA vor Ort, das auch abgesichert werden muss, dabei droht das Land mittel-/langfristig ins Chaos abzurutschen, sollten hier die Weichen nicht richtig gestellt werden.
Die Vorstellung, dass eine nach Darstellung der USA äußerst korrupte, mit Drogenkartellen kooperierende Staatsregierung und Verwaltungs-/Sicherheitsstruktur nun einfach ganz im Sinne der USA, treu und loyal handelt, nur weil der Kopf der Hydra abgeschlagen wurde, erscheint äußerst gutgläubig.
Drogen nur Vorwand, es geht um Öl und Einfluss in der Region
Drogen sind zwar maßgeblicher Grund des US-Militäreinsatzes in Venezuela mit Blick auf die insgesamt daran geknüpfte Rechtsgrundlage, doch das wird schnell zur Nebensache. Was auch daran ersichtlich wird, dass Trump Anfang Dezember den ehemaligen Staatspräsidenten von Honduras Juan Orlando Hernández begnadigte, der in den USA zu 45 Jahren Haft verurteilt wurde. Nach nur vier Jahren Haft entließ der US-Präsident ein ehemaliges Staatsoberhaupt, dem vorgeworfen wurde sein Land unter seiner Führung in einen Narcostaat umfunktioniert zu haben. Nur um einen Monat später Venezuelas Präsident Maduro wegen ähnlich gelagerter Vorwürfe auf dortigem Boden festzunehmen und auszufliegen? Eine offensichtliche Ungereimtheit, die Trump unter anderen auch aus Republikaner-Kreisen vorgeworfen wird.
Im Fokus der Pläne dürften, wie von Trump angesprochen, die weltweit größten Ölvorkommen Venezuelas sein. Man hätte US-Firmen in der Vergangenheit enteignet und nun hole man sich zurück, was ohnehin den USA gehöre.
Obwohl Venezuela die weltweit größten Ölvorkommen hält, liegt die Fördermenge weit hinter den Potentialen. So wurden Förderanlagen über die Jahre technisch verschlissen, was die Fördermengen stetig reduzierte. Mit neuen US-Investitionen könnten hier größere Mengen Öl gefördert und in den Weltmarkt gebracht werden. Mittel- und langfristig würden die USA damit zu einem stärkeren Gegengewicht zu den OPEC-Staaten aufwachsen.
Neben Öl geht es den USA aber auch um Einfluss in der Region durch Staaten wie China oder Russland, was im Vorfeld des US-Militäreinsatzes über Wochen mehrfach erwähnt wurde. Dies würde auch exakt in die vom US-Präsidenten Trump erwähnte Monroe-Doktrin und Ausrichtung gemäß neuer Nationaler Sicherheitsstrategie aus dem November 2025 passen. Dort heißt es zu den Regionen, dabei Lateinamerika betitelt als “Western Hemisphere: The Trump Corollary to the Monroe Doctrine” unter Expand:
“Non-Hemispheric competitors have made major inroads into our Hemisphere, both to disadvantage us economically in the present, and in ways that may harm us strategically in the future. Allowing these incursions without serious pushback is another great American strategic mistake of recent decades. The United States must be preeminent in the Western Hemisphere as a condition of our security and prosperity—a condition that allows us to assert ourselves confidently where and when we need to in the region. The terms of our alliances, and the terms upon which we provide any kind of aid, must be contingent on winding down adversarial outside influence—from control of military installations, ports, and key infrastructure to the purchase of strategic assets broadly defined.”
Drohungen gegen Kuba, Kolumbien und Mexiko
Kuba
Auf eine Nachfrage wurde explizit auch Kuba gedroht. Die kubanische Regierung hätte starken Einfluss auf Maduro genommen. Außenminister Marco Rubio (Sohn von Exilkubanern) betonte, man solle sich dort nicht zu sicher fühlen. Diese Drohung erneuerte er in einem NBC Interview.
Kolumbien
Im Falle von Kolumbien läuft es nach einem ähnlichen Schema wie bei Maduro in Venezuela. Die Kokain-Produktion und Aktivität diverser Drogenkartelle wird mit der Staatsregierung verknüpft. Nicht erst seit dieser Pressekonferenz droht man dem kolumbianischen Staatspräsidenten Gustavo Petro. Mit Blick auf eine mögliche Rechtsgrundlage zum militärischen Vorgehen, haben die US-Amerikaner zuletzt auch ein kolumbianisches Drogenkartell zur Liste der Foreign Terrorist Organizations (FTOs) hinzugefügt. So ist seit dem 17.12.2025 das Clan del Golfo ebenfalls als FTO eingestuft, mit dem Petros Regierung im Rahmen seiner Politik des “Totalen Frieden” (Paz total) verhandelte. Noch am selben Tag der Einstufung des Clan del Golfo als FTO wurden Sanktionen gegen Petro seitens der USA verhängt. Insgesamt ist also im Fall von Kolumbien und dem dortigen Staatspräsident Petro die Situation vergleichbar mit der in Venezuela. Mit dem Unterschied zu Maduro, dass aktuell kein US-Justizverfahren gegen den kolumbianischen Staatspräsident Petro läuft.
Mexiko
Aus Perspektive eines US-Präsidenten, der den War on Drugs ausgerufen hat, welcher sich auch in der Nationalen Sicherheitsstrategie wiederfindet, wäre Mexiko ein naheliegendes nächstes Ziel, zwar ohne aus Sicht der USA nennenswerte Ölvorkommen, dafür ist es Ursprung der meisten dort für tödliche Überdosen verantwortlichen Drogen wie Fentanyl.
Trump betonte schon mehrmals, dass er US-Militäreinsätze gegen Drogenkartelle auch in Mexiko für verhältnismäßig und erforderlich hält. Mexikos Präsidentin Sheinbaum lehnte jedoch bisher jegliche Anfragen der US-Regierung für solche Einsätze ab.
Anders als bei Venezuela oder Kolumbien, liegt hier jedoch noch keine FTO-Einstufung eines mexikanischen Drogenkartells und/oder direkter Vorwurf der Beteiligung an den Drogengeschäften gegen Sheinbaum vor.
Reaktionen von Russland und China auf US-Militäreinsatz in Venezuela
Der US-Militäreinsatz der USA in Venezuela wird von Russland und China als Bruch mit internationalem Völkerrecht und insgesamt illegitim verurteilt. Experten und Beobachter haben die Sorge, dass Trump mit einem solchen Verhalten wie in Venezuela an den Tag gelegt, eventuell eine geopolitische Box der Pandora geöffnet habe. Besorgt blickt man daher nach Taiwan. Dort hielt China beginnend Ende Dezember eine spontane Großübung des Militärs ab, in Reaktion auf ein kurz zuvor beschlossenes Waffenpaket in Rekordhöhe von elf Milliarden US-Dollar an Taiwan und seitens Japan bekundeten Beistands für den Fall eines Angriffs. Ziel der Übung, die vollständige Blockade Taiwans.
Experten wie auch die US-Regierung sehen ein militärisches Vorgehen Chinas gegen Taiwan für wahrscheinlich mit Zeitfenster Angaben häufig liegend bei 2027. Mit Sorge wird nun beobachtet, ob China sich vom US-Vorgehen nun nicht sogar eher dazu gedrängt sieht.
Lehren für Europa
Fakt ist, das Recht des Stärkeren wird wieder praktiziert und das im Worst Case vom einstigen Verbündeten, auch gegen Europa. Es droht sich eine Situation anzubahnen, in der wir zwischen Russland und den USA zunehmend unter Druck geraten könnten.
Wenn Trump die Ukraine, oder gar Europa für sich aufgibt, fällt nicht nur ein zentrales Element der NATO und aller Einsatzpläne weg, auch eine militärische Einverleibung Dänemarks wird zunehmend denkbar, da Drohungen in diese Richtung konkreter werden.
Die Lehre, dass sich Europa selbständig gegen externe Großmächte verteidigen können muss, ist zwar nicht neu, noch aber nicht in allen Köpfen angekommen. Die aktuellen Ereignisse sollten jedoch auch den letzten Zweiflern zu verstehen geben, dass internationales Recht zunehmend unbedeutend wird. Wenn wir uns also als werteorientierte Bastion der Rechtsstaatlichkeit unter Anerkennung der UN-Charta behaupten möchten, kommen wir in Europa also nicht um ein stärkeres Engagement in der Ukraine und beim Ausbau der eigenen Verteidigungsfähigkeit umher.
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US-Militäreinsatz in Venezuela – eine Analyse
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